Piloten und ihre Sprüche

Oh mein Gott, so langsam fang ich an, den Spiegel wirklich zu lieben. Denn sie veröffentlichen seit einigen Zeiten regelmäßig Pilotensprüche und andere Nettigkeiten, die man beim Fliegen so erlebt. Und jedesmal hab ich wieder Futter für die Meute hier.

Auf einem US-Inlandsflug von Ashville nach Atlanta mit einer kleinen Propellermaschine mussten wir wegen Orkanausläufern zweimal die Richtung auf der Startbahn ändern. Beim dritten Mal meldete der Pilot: “Ok folks, we try it now for a last time. It will be a bumpy ride however.” Dann hoben wir ab, und die Maschine wurde die nächsten zehn Minuten rauf und runter gewirbelt. Als wir endlich in ruhigeres Gebiet kamen, meinte der Pilot: “This was my worst take-off since Vietnam!”

Auf meinem Flug mit Hamburg International von Hamburg nach Zürich starteten wir in den Ausläufern des Orkans Kyrill. Als wir die Reiseflughöhe erreicht hatten, kam die Durchsage des Piloten: “Für Zürich sind starke Winde vorausgesagt, aber die vom Wetterdienst übertreiben ja eh immer!” Kurz vor dem Landeanflug kam die nächste Durchsage: “Ich habe mir noch mal die aktuellen Wetterdaten angesehen. Anscheinend haben die vom Wetterdienst doch nicht übertrieben. Aber bisher hab ich jeden Flieger runter bekommen.”

Bis heute befremdend bleibt eine kurze, aber wenig ermunternde Durchsage des Kapitäns auf einem Flug von Bangkok nach Frankfurt mit einer Lufthansa-Boeing 747. Über dem Golf von Bengalen kündigte der Pilot eine Schlechtwetterfront und schwere Turbulenzen an und schloss mit den Worten: “Dear passengers, cabin crew…good luck!”

Der Stewardess auf einem Flug mit der Deutschen BA war offensichtlich der Name des Kapitäns entfallen, denn nach der Landung sagte sie nach einem Stocken: “…bedanken sich Captain Kirk und seine Crew, dass Sie mit der Deutschen BA geflogen sind.”

Auf einem HLX-Flug von Köln nach Manchester gab es diese Sicherheitseinweisung: “Ihre Schwimmweste verfügt über eine neckische Leseleuchte, die beim Kontakt mit Wasser automatisch aufleuchtet, sowie eine Pfeife, um die Haie anzulocken.”

Auf einem kurzen Flug von Bangkok nach Malaysia waren nur sehr wenige Passagiere an Bord. Daher fragte die Stewardess, ob wir einverstanden seien, auf die Sicherheitshinweise zu verzichten. Alle waren es, bis auf eine ältere amerikanische Dame. Daraufhin ging die Stewardess zu ihr und sagte: “Listen Lady, it’s very easy: we crash, you die!”

Das gefällt mir hier mit am besten (neben der neckischen Leselampe mein Favorit in diesem Beitrag).

Auf einem Flug von Budapest nach Frankfurt sprach der Kapitän nur in Reimen. Nach dem Boarding sagte er: “Da nun alle sind an Bord, fliegen wir nach Frankfurt fort. Nun machet alle Luken dicht, vergesset mir die Treppe nicht.”

Auf einem Lufthansa-Flug von Paris nach Frankfurt bemängelte mein Hintermann bei der Stewardess, dass sein Tisch nicht funktionieren würde. Die Stewardess antwortete: “Entschuldigen Sie die Umstände, ich mache gleich eine Notiz für die Wartungscrew dann wird das nach der Landung repariert.” Als wir nach einer recht harten Landung das Flugzeug verließen, sagte er der Stewardess: “Vergessen Sie das Tablett! Schreiben Sie bitte ‘Fahrgestell’ auf die Liste!”

Unser Abendflug von Berlin nach München hat sich wegen starken Schneefalls erheblich verzögert. Als wir endlich in der Maschine saßen, mussten wir zur Enteisungsanlage rollen, vor der wir wiederum eine Weile warteten. Die Besatzung hat uns mitgeteilt, dass der Räumdienst alle Hände voll zu tun hätte und dass es in München noch schlechter aussähe. Wir müssten hier zunächst auf ein Startfenster warten, was noch dauern könne. Nach der Enteisung teilte uns der Pilot dann trocken mit, dass er zwar immer noch auf eine Freigabe warte, aber auch kein ausdrückliches Startverbot bekommen habe: “Wir mogeln uns jetzt einfach mal raus, und wenn wir erst mal in München sind, müssen sie uns auch runter lassen.” Gesagt – getan!

Als wir bereit zum Einsteigen für unseren Flug von Stuttgart nach Berlin waren, kam der erste Bus zum Flugzeug mitsamt den Passagieren wieder zurück zum Terminal. Kurz darauf folgte eine Durchsage: “Der Pilot hat sich beim Einsteigen am Kopf verletzt und liegt in der Unfallstation. Wir müssen einen neuen Piloten finden, was eine Weile dauern kann.” Doch unter den Passagieren meldete sich sofort ein Pilot der selben Fluglinie, zog seine Uniform an, und es ging direkt weiter.

Kurz nach dem Start der Continental-Maschine in San Francisco informierte uns der Kapitän, dass sich über den Rocky Mountains ein ausgedehntes Schlechtwettergebiet befinde, das leider nicht umflogen werden könne: “Aus diesem Grund können wir Ihnen während des Fluges leider keinen Bordservice bieten. Wenn ich es mir allerdings so überlege: Für einen Whiskey oder Wodka pro Passagier haben wir noch Zeit – Sie werden ihn nötig haben!”

Der erste Offizier des Lufthansa-Flugs von Hamburg nach Frankfurt hatte schon mit der Ansage begonnen: “Meine Damen und Herren, wir befinden uns bereits im Anflug auf den Flughafen Frankfurt.” Da kam plötzlich ein Luftloch. Eine Sekunde später setzte er fort: “Und eben haben wir eine Abkürzung genommen!”

Beim Landeanflug eines Fluges von Frankfurt nach Hamburg schwankte die Maschine wegen des starken Windes sehr. Als das Flugzeug nur noch circa 30 Meter über der Landebahn war, gab der Pilot plötzlich Schub und startete durch. Wir warteten auf eine Erklärung, aber es kam keine. Nach einer Schleife folgte der nächste Landeanflug. Da endlich kam eine Durchsage des Piloten: “Sehr geehrte Damen und Herren, willkommen bei der Lufthansa-Happy-Hour. Erleben Sie zwei Landungen zum Preis von einer!”

Ich muss meine Aussage von vor ein paar Minuten revidieren. Ich find alle geil. Ich glaub im nächsten Leben werde ich Pilot. Oder sogar noch im jetzigen Leben. In Florida soll es ja Flugschulen geben, die jeden aussbilden und keine Rücksicht auf Hautfarbe und Religion nehmen. Und so ein Flugzeug kost ja auch nicht die Welt. Zumindest nicht, wenn man’s richtig anstellt. Bombe, Anschlag, NSA, hallo Osama, huhu Echelon. Mal schaun ob das ganze System funktioniert. Wenn es ab morgen keine neuen Beiträge gibt, tut das ganze “Sicherheits”-System unserer amerikanischen Freunde und ihrer deutschen Brüder. Wenn nicht, kann ich ja bedenkenlos Anschlagpläne und Bombenbauanleitungen hier veröffentlichen. Aber ich komme vom Thema ab. Mehr hab ich aber zum Thema auch nicht zu sagen. Also wie sagen es die Franzosen? Au reservoir. Tschö mit ö. Bis Danzig. Tschüssikowski!!!

Nachtrag: Dank einem liebenswerten Mitmenschen hab ich jetzt doch noch was zum Thema zu sagen.

Einen Tag nach dem Flugzeugabsturz von Madrid erlebte Leser Sven Huppach einen Zwischenfall in Funchal auf Madeira. Als die Maschine die Parkposition bereits verlassen hatte und auf dem Weg zur Runway war, habe der Co-Pilot vermeldet: “Wir haben soeben festgestellt, dass wir aus dem linken Triebwerk Sprit verlieren.” Man werde nun in die Parkposition rollen und dort ein paar Belastungstests machen. “Wir wissen aber noch nicht, ob wir das Problem lösen können”, habe der Co-Pilot gesagt.

Mit einem Tag Verspätung habe die Maschine in Richtung Hamburg abgehoben. Der Pilot: “Ladys and Gentlemen, heute morgen ist das Ersatzteil aus Deutschland gekommen. Wir konnten das Problem lösen und versuchen jetzt erneut zu starten. Der Techniker aus Berlin sitzt in der letzten Reihe. Auch er hat Familie und möchte nach Hause.”

Von einem US-Inlandsflug von Phoenix nach Los Angeles berichtet Leser Steven Bruett: “Nach einer ziemlich harten Landung in Los Angeles kam zwar kein Kommentar vom Cockpit, stattdessen schnalzte der Kapitän ins Mikrofon und ahmte das Geräusch von Pferdehufen nach. Zum Abschluss kam noch ein fröhliches Wiehern.”

“Sehr geehrte Passagiere – wir haben an Bord der Maschine eine kleine technische Unregelmäßigkeit registriert” Alle Passagiere seien nach dieser Ansage sichtlich nervös geworden und hätten besorgt nach draußen geblickt.

Nach einer “eindrucksvollen Pause” habe dann die Stewardess die ganze Wahrheit verraten: “Aus bisher ungeklärten Gründen” könne das Unterhaltungsvideo nicht gezeigt werden.

“Wenn Sie das Flugzeug verlassen, achten Sie bitte darauf, alle Ihre Sachen mitzunehmen. Was liegen bleibt, wird gerecht unter den Flugbegleitern aufgeteilt. Bitte lassen Sie keine Kinder oder Ehegatten zurück!”

Pilot: “Sehr geehrte Damen und Herren. Wir haben nun die Reiseflughöhe erreicht. Wir werden nun das Licht dimmen. Das erhöht Ihren Komfort und lässt unsere Flugbegleiterinnen vorteilhafter erscheinen.”

2 Responses to “Piloten und ihre Sprüche”

  1. DerAlteHugo Says:

    der letzte ist ja mal ein knüller :D

    [Antwort]

  2. Ella Says:

    Ich habe heute im Flug von Sardinien nach Hamburg der Gesellschaft Hamburg International den wohl amüsantesten aller Flüge erlebt:

    1) Als die Stewardess die Schwimmweste anlegte, erläuterte sie dazu:” und unter ihrme Sitz befindet sich diese schicke Designerweste….”

    2) Stewardess beim Vorführen des Mechanismus des Anschnallgurtes: “so geht er zu….so geht er auf….und wer das nicht hinbekommt sollte nicht alleine reisen”

    3) Pilot: “Wir möchten darauf hinweisen, dass dies ein Nichtraucherflug ist. Für die Raucher öffnen wir nachher die Terassentüren und zeigen den film “Vom Winde verweht”"

    4) Pilot als Reaktion auf den Applaus nach der Landung: “Danke, danke, der Applaus ist gerechtfertigt”

    5) Pilot zum Schluss: “soo die endgültige Parkposition ist erreicht bitte stehen sie jetzt auf und beginnen Sie das schubsen und drängeln”

    Fazit: mit der Crew fliege ich wieder !

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